Zusammenarbeit von Regeschule und besonderer Volksschule
Am Mittwoch, 29. April 2026 fand im PROGR in Bern der erste Denkraum von SOCIALBERN zum Thema «Synergien in der Bildungslandschaft» statt. Die Teilnehmenden konnten sich mit Vertreter:innen von zwei Schulangeboten austauschen, in denen die Synergien zwischen Regelschule und besonderer Volksschule genutzt werden.
Der erste Denkraum widmete sich dem Thema «Synergien in der Bildungslandschaft». Verbandspräsidentin Therese Zbinden eröffnete die Diskussion mit einer provokativen Frage: Was haben Köniz oder Gstaad mit Belgien gemeinsam? Die Antwort: An diesen Orten wird Bildung nicht nur pädagogisch, sondern auch räumlich gemeinsam gedacht. Ein Gedanke, der inspiriert – und der die Teilnehmenden dazu anregte, über bestehende Trennungen nachzudenken.
Austausch mit Beispielen aus der Praxis
Ein konkretes Beispiel lieferte die Gemeinde Köniz, wo Bildung auf einem Campus stattfindet: Schulhaus, Leitungsbüro und Tagesschulangebote sind unter einem Dach vereint. Die Trennung von Schule und Betreuung wird hier bewusst aufgehoben – ein Modell, das zeigt, wie Synergien entstehen, wenn Strukturen gemeinsam geplant werden.
Anders funktioniert das Angebot der Stiftung Rossfeld, welche ambulante heilpädagogische Dienste direkt in Regelschulen anbietet. Dreizehn Fachpersonen begleiten derzeit Kinder mit Behinderungen aus dem ganzen Kanton. Dieses Modell bietet auch Unterstützung für die Rückkehr in den Regelunterricht nach separativen Phasen.
Reflexion der Teilnehmenden
Beide Beispiele verdeutlichen: Nähe reduziert Barrieren und schafft Möglichkeiten für echte Teilhabe. In der abschliessenden Diskussion wurde jedoch auch deutlich, dass räumliche Nähe allein nicht ausreicht. Die Teilnehmenden betonten, dass die Haltung der Schulen und die gelebte Schulkultur entscheidend sind.
Viele bedauerten, dass zentrale Akteur:innen – wie Schulleitungen, Schulinspektor:innen oder Gemeindeverantwortliche – untervertreten waren. Dennoch nahmen einige Anwesende konkrete Ideen mit: etwa den Dialog mit der eigenen Gemeinde zu suchen, um ähnliche Modelle wie in Köniz umzusetzen.
Bildungslandschaft als ganzes denken
Der Denkraum hat gezeigt: Synergien entstehen dort, wo Bildung nicht in Silos gedacht, sondern als gemeinsamer Raum gestaltet wird – räumlich wie kulturell. Die Impulse des Abends bleiben eine Einladung, bestehende Strukturen zu hinterfragen und neue Wege der Zusammenarbeit zu wagen.
Der Denkraum wurde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kindergarten, Volksschule und Beratung (AKVB), dem Berufsverband Schulleitungen Bern, BILDUNG BERN und dem Verband Schulbehörden Bern durchgeführt. In dieser Kollaboration wird SOCIALBERN das Thema weiterbearbeiten.