Strategieentwicklung auf Angebotsebene - socialbern.ch

Strategieentwicklung auf Angebotsebene

Am 16. September 2026 fand die diesjährige Trägerschaftsveranstaltung zum Thema Strategieentwicklung auf Angebotsebene statt. SOCIALBERN hat für die Trägerschaften seiner Mitglieder 3 Fachreferate aus Forschung und Praxis organisiert. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion konnten die Teilnehmenden kritische Fragen stellen und Erfahrungen teilen.
 

Forschung: Adaptive Strategien für die Omnikrise

Frau Dr. Luise Menzi (Berner Fachhochschule, Institut Organisation und Sozialmanagement) betonte, dass Strategiearbeit in Krisenzeiten nicht starr, sondern als kontinuierlicher Prozess angelegt sein sollte. Sie muss Orientierung und Stabilität bieten, gleichzeitig aber Agilität, Lernfähigkeit und den Umgang mit Ungewissheit ermöglichen.
 

Praxisbericht: Diversität als Stärke

Manuel Breiter (Stiftung Heilsarmee Schweiz) schilderte die Strategieentwicklung im stationären Bereich. Zentrale Fragen waren u. a. die Zukunft bestehender Angebote und die Grösse der Organisation. Als Schlüsselerkenntnisse kristallisierten sich heraus:

  • Fach- und Führungskräfte sind entscheidend für den Erfolg.
  • Interne und externe Vernetzung sowie Partnerschaften stärken die Handlungsfähigkeit.
  • Die Vielfalt der Angebote wurde als zentrale Stärke der Stiftung gewertet.
 

Unternehmensentwicklung: Zukunft gestalten

Philipp Rufer (Punkt Rufer AG) zeigte auf, wie die Strategie die Unternehmensentwicklung lenkt. Ausgangspunkt ist ein Zukunftsbild, das sich aus der aktuellen Lage ableitet. Daraus entsteht ein Umsetzungsplan, der die angestrebten Ziele operationalisiert.
 

Podiumsdiskussion: Kooperation vs. Eigenständigkeit

In der anschliessenden Diskussion wurde die Frage nach der optimalen Grösse sozialer Institutionen im Kanton Bern aufgeworfen. Kritische Stimmen fragten, ob nicht mehr Zusammenarbeit sinnvoll wäre, ohne dabei den familiären Charakter kleinerer Standorte zu verlieren. Die Diskussion zeigte: Administrative Zusammenschlüsse müssen nicht zwingend die Identität einzelner Standorte gefährden.

Die Veranstaltung bot wertvolle Impulse für die strategische Ausrichtung sozialer Organisationen in einem Umfeld, das von Unsicherheit und Wandel geprägt ist.