Traumapädagogik in der Organisation leben - socialbern.ch

Traumapädagogik in der Organisation leben

Am 15. September 2026 fand der Dienstags-Apéro bei der Woleg AG in Roggwil statt. Die Woleg AG präsentierte unseren Mitgliedern ihren Organisationsentwicklungsprozess und teilte ihre Lernerfahrungen. Die Teilnehmer:innen erhielten einen Einblick, was es heisst, die Haltung der Traumapädagogik unter allen Mitarbeitenden zu leben.

Die Woleg AG bietet schulische und sozialpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche mit belasteten Biografien an. Zwischen 2018 und 2026 hat sie einen umfassenden Organisationsentwicklungsprozess durchlaufen. Im Zentrum stand die Frage, wie Stabilität und Tragfähigkeit für junge Menschen mit vielfachen Umbrüchen geschaffen werden können.

Ein mehrjähriger Organisationsentwicklungsprozess

Aus dieser Leitfrage entstand eine klare Vision mit den Werten Selbstermächtigung, Sicherheit & Beziehung sowie Klarheit & Verantwortung. Der traumapädagogische Ansatz bildet den fachlichen Rahmen und prägt die Haltung der gesamten Organisation – nicht nur in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, sondern auch in den internen Strukturen.

Alle Mitarbeitenden absolvierten eine traumapädagogische Schulung in Zusammenarbeit mit der UPK Basel. Arbeitsprozesse wurden überarbeitet, um sie mit der traumapädagogischen Haltung in Einklang zu bringen. Die Woleg setzt auf korrigierende Beziehungsarbeit, um Selbst- und Sozialkompetenzen sowie Selbstständigkeit zu fördern.

Traumapädagogische Prinzipien in der Zusammenarbeit verankern

Die Organisation orientiert sich am Modell der geführten Selbstorganisation und ist in Circles (Klassen oder Wohngruppen) strukturiert. Klare Rollendefinitionen innerhalb der Teams verhindern Schattenhierarchien und stärken die gemeinsame Verantwortung. Eine zentrale Erkenntnis: Führung muss loslassen, wo nötig, während Mitarbeitende Verantwortung übernehmen lernen.

Der mehrjährige Prozess zeigt, dass Haltung und Strukturen Zeit brauchen, um sich zu verankern – doch die konsequente Ausrichtung auf traumapädagogische Prinzipien schafft nachhaltige Stabilität für alle Beteiligten.