Demenzpflege neu denken mit dem Juradorf Wiedlisbach - socialbern.ch

Demenzpflege neu denken mit dem Juradorf Wiedlisbach

Am 30. Juni 2026 fand der Dienstags-Apéro im Juradorf in Wiedlisbach statt. dahlia oberaargau ag empfing an seinem Standort in Wiedlisbach unsere Mitglieder und brachte ihnen das Konzept hinter dem Juradorf näher. Die Führung durch das Juradorf gab den Teilnehmer:innen einen direkten Einblick, was es braucht für ein freies, sicheres und würdevolles Leben für Menschen mit einer dementiellen Erkrankung.

dahlia als Pfeiler der regionalen Pflege

Die dahlia oberaargau ag wurde 2011 gegründet und hat sich seitdem zu einem zentralen Akteur in der Langzeitpflege des Oberaargaus entwickelt. Als grösster Arbeitgeber der Region in der Langzeitpflege mit 270 Mitarbeitenden betreut die Organisation heute rund 230 Bewohnende an drei Standorten: Herzogenbuchsee, Niederbipp und Wiedlisbach. Ein Aussenstandort in Attiswil ist speziell auf die intensive Betreuung von Personen mit hohem Pflegebedarf ausgerichtet.

Die geplante Integration in die Stiftung Lebensart bis zum 1. Januar 2027 markiert einen strategischen Schritt, der Synergien in der regionalen Pflegeversorgung schaffen soll. Dabei bleibt dahlia ihrem bildungsorientierten Ansatz treu: 30–35 Lernende werden in verschiedenen Lehrgängen ausgebildet und von 10 Berufsbildner:innen begleitet – ein Beitrag zur Fachkräftesicherung, der für soziale Institutionen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
 

Das Juradorf Wiedlisbach: Demenzgerechtes Wohnen

Das Juradorf in Wiedlisbach ist ein Leuchtturmprojekt für demenzgerechtes Wohnen in der Schweiz. Inspiriert vom niederländischen Modell «De Hogeweyk» setzt das Dorf auf ein konsequent lebensnahes Umfeld, das Sicherheit und Freiheit vereint. Die architektonischen und organisatorischen Lösungen zeigen, wie institutionelle Pflege menschlicher und bedürfnisorientierter gestaltet werden kann.

Das Gelände ist mit dezenten Sicherheitsvorkehrungen umzäunt, und der Zugang erfolgt über eine Schleuse, die gleichzeitig als Empfang dient. Diese Massnahmen ermöglichen es, Türen offen zu lassen und Bewohnenden freie Bewegung zu gewähren. Die gekrümmten Wege im Dorf führen Personen sanft zurück zum Ausgangspunkt, statt sie vor abrupten Hindernissen enden zu lassen. Dies reduziert Stress und Aggressionen, die durch Desorientierung entstehen können. Auch die offene Gestaltung des Geländes mit einem Restaurant, einem Einkaufsladen und einem Coiffeursalon fördert die Selbstständigkeit der Bewohnenden.

Obwohl die Häuser nach Fachbereichen gegliedert sind, arbeiten alle Mitarbeitenden – von der Pflege bis zur Hauswirtschaft – eng zusammen. So unterstützt auch beispielsweise das Hauswirtschaftsteam eine demenzkranke Person dabei, den Weg zurück in ihr Zuhause zu finden.
 

SOCIALBERN fördert den Wissensaustausch durch Vernetzung

Mit dem Format der Dienstags-Apéros möchte SOCIALBERN seine Mitglieder untereinander vernetzen. Spannende Konzepte und innovative Lösungswege zeichnen die Individualität unserer Mitglieder aus. Als Verband ist es eine zentrale Aufgabe, diese Ideen und dieses Erfahrungswissen zu vereinen.

Möchten auch Sie Ihre Türen an einem Dienstagabend im Jahr 2027 für unsere Mitglieder öffnen? Dann melden Sie sich bei uns unter info@socialbern.ch.